Jeep

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Jeep ist eine US-amerikanische Automarke für Geländewagen, die zum Konzern Fiat Chrysler Automobiles gehört. Ihr direkter Mutterkonzern ist die Chrysler Group LLC. Der Name Jeep hat sich im Lauf der Zeit – ähnlich wie Tesa und Tempo – in Europa zu einem Gattungsnamen entwickelt (mit dem Unterschied allerdings, dass der Begriff Jeep nicht als Handelsmarke begründet, sondern schon zuvor für den US-Militärgeländewagen Willys MB benutzt wurde). Daher werden bisweilen auch andere geländetaugliche Fahrzeuge im europäischen Raum umgangssprachlich als „Jeep“ bezeichnet, während sich in den USA der Begriff SUV (sport utility vehicle) durchgesetzt hat.

Der Ursprung des Wortes Jeep ist nicht eindeutig geklärt. Die wohl bekannteste Theorie ist die Herleitung aus der Abkürzung GP für General Purpose (Allzweck). Lee Ermey widerlegte diese Theorie jedoch kürzlich in seiner Dokumentationsserie. So sei das Fahrzeug für spezielle Einsatzzwecke (special purposes) entwickelt und deshalb auch nie als General Purpose bezeichnet worden. Stattdessen sei die Herleitung aus einem von Ford benutzten Werkscode möglich, der ebenfalls GP lautet (G für government-use, und P als Kennzeichnung für 80 Zoll Radstand). Davon abweichend vertreten viele, darunter auch Lee Ermey, die Theorie, dass der Name auf die Figur Eugene the Jeep aus dem Comicstrip Popeye zurückgeht. Dieses hundeähnliche Fabelwesen ernährte sich vorzugsweise von Orchideen und konnte durch Wände und Decken gehen, Bäume besteigen sowie fliegen – es war also in der Lage, überall aufzutauchen, wo es wollte. Darüber hinaus half es dem Protagonisten Popeye immer wieder aus misslichen Situationen. So wird vermutet, dass die Soldaten von den Fähigkeiten des neuen Fahrzeugs so begeistert waren, dass sie ihn in Anlehnung an diese Comicfigur „Jeep“ nannten.

Im Wahrscheinlichkeits-Ranking all dieser Herleitungen von Jeep hat Eugene the Jeep den ersten Platz.

Bereits 1938 stellte die Firma American Bantam der US Army ihren BRC (Bantam Reconnaissance Car) vor. Zwar war die Armee begeistert von den Fähigkeiten dieses leichten Aufklärungsfahrzeugs, doch konnte sie sich zu dieser Zeit kein solches Projekt leisten. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und den Berichten über die hohe Mobilität der deutschen Armee bestand jedoch Handlungsbedarf für die Army. So wurde am 27. Juni 1940 eine Ausschreibung mit der Vorgabe gestartet, ein 4×4-Geländefahrzeug bei ¼ Tonne Zuladung zu entwerfen. Obwohl diese Ausschreibung an rund 135 Firmen gerichtet wurde, war das Interesse unter der amerikanischen Automobilindustrie verschwindend gering. Es war für die damaligen Hersteller von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Lastkraftwagen einfach nicht rentabel, die knappen Zeitvorgaben (Konstruktionspläne und erste Prototypen binnen 49 Tagen sowie 70 fertige Testwagen nach weiteren 26 Tagen) und die Forderung nach einem derartig leichten Fahrzeug einzuhalten, stellten sie doch normalerweise große, schwere Arbeitsmaschinen her. Die Firma Bantam (sie entstand aus dem US-Ableger eines britischen Kleinwagenherstellers) jedoch hatte genug Erfahrung mit kleinen, leichten Fahrzeugen – nicht zuletzt durch den bereits erwähnten BRC. Da Bantam in einer großen Krise steckte und jede Möglichkeit ergreifen musste, die Firma vor dem Aus zu bewahren, zögerten sie nicht und setzten alles daran, die Vorgaben der Army zu erfüllen, welche abermals von den Qualitäten des Bantam überzeugt war. Auch die Firma Willys-Overland, die mit ähnlichen finanziellen Problemen wie Bantam zu kämpfen hatte, beteiligte sich an der Ausschreibung, konnte jedoch – im Gegensatz zu Bantam – ihren Prototyp nicht rechtzeitig fertigstellen.

Die Marke Jeep ist heute eine Abteilung des Chrysler-Konzerns, der die Vermarktungsrechte für das Wort „Jeep“ und das markante O|O-Kühlergrilldesign mit sieben abgerundeten langen Aussparungen hält. Die ersten Willys MB hatten noch ein anderes Design (mehrere aneinandergereihte flache Streben aus Bandstahl), jedoch übernahm Willys-Overland bald den neunspeichigen Kühlergrill des Ford GPW, da er weniger wog als der klassische „Slat Grill“ von Willys.

Eine Ausnahme für dieses Geschmacksmuster musste Chrysler (nach verlorenem Rechtsstreit, damals DaimlerChrysler) allerdings gestatten: General Motors durfte für seine Marke Hummer ein ähnliches Design verwenden, da die Marke Jeep zur Zeit der Entwicklung des HMMWVs (das militärische Vorbild der Hummer) in Besitz von AMC war. AM General (zu dieser Zeit ein Tochterunternehmen von AMC) entwickelte Anfang der 1980er-Jahre den „Humvee“ und durfte deshalb auf das (zu dieser Zeit) konzerneigene Jeep-Design zurückgreifen. Als AM General die Markenrechte für Hummer an General Motors verkaufte, übernahm GM damit auch das Recht, für diese Marke den besagten Kühlergrill zu verwenden. Seit 2010 wird die Marke Hummer jedoch nicht mehr produziert.

Weiterhin werden Jeeps heute in Peking von der Beijing Jeep Corporation, Ltd. (einem Joint-Venture zwischen Beijing Automobile Industry Corporation, DaimlerChrysler und DaimlerChrysler China Invest Corporation, gegründet am 15. Januar 1984), in Indien von Mahindra & Mahindra Limited und in Graz von Magna Steyr gebaut.*

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*Quelle: Jeep & Wikipedia®